1. Wozu analytische Qualitätssicherung ?
Aufgrund steigender Erwartungen der Käufer an die
Produktqualität und zur Vermeidung von Haftungsansprüchen (besonders
nach angloamerikanischem Recht) nimmt die Bedeutung eines
Qualitätssicherungssystems
für produzierende Unternehmen ständig zu. Es ist naheliegend,
diese Überlegungen auch auf Dienstleistungen (wie z.B.
Untersuchungslaboratorien) auszudehnen. Außerdem steht und fällt
jedes Qualitätssicherungssystem mit der Möglichkeit, die gewünschten
und garantierten Produkteigenschaften
genau und verlässlich
messen zu können.
Nun weist jedes Messverfahren Fehler auf, die den "wahren"
Wert des gesuchten Parameters verfälschen, wobei das Problem bei
analytisch-chemischen Verfahren aufgrund der Komplexität meist
gravierender als bei einfachen physikalischen Messmethoden (z.B.
Längenmessung) ist. Die Fehler lassen sich grob in folgende zwei
Gruppen einteilen:
- Zufällige Fehler (Streuung, sie können durch
wiederholte Messungen und Mittelwertbildung reduziert
werden)
- Systematische Fehler (durch Einflüsse anderer
Faktoren verursacht, sie führen zu einer Abweichung des
Mittelwertes der Messungen vom wahren Wert)
Aufgabe der Qualitätssicherung in der Messtechnik ist es
daher, Messverfahren zu entwickeln, die eine möglichst gute
Entsprechung von Messergebnis und wahrem Wert erzielen sowie
diese Qualität dauerhaft aufrechtzuerhalten.

Die Entwicklung eines Messverfahrens erfordert - zumindest -
zwei Phasen:
- Planung des Verfahrens, (gedankliche) Auflistung und Eliminierung von
Fehlerquellen
- Empirische (statistisch unterstützte) Prüfung des Verfahrens durch Bestimmung
von Proben mit bekanntem wahren Wert (Standardproben)
Leider wird analytische Qualitätssicherung oft nur als
statistische Berechnung der Qualitätseigenschaften eines
Verfahrens verstanden (Phase B.), jedoch ist eine sorgfältige
Planung die Grundvoraussetzung für seriöses Arbeiten.
