Aliasing
Frequenzen, die über der halben Samplingrate ( analoge -
digitale Daten) eines Datenerfassungssystems liegen, täuschen
eine niedrigere Frequenz vor und können daher mit Nutzsignalen
verwechselt werden. Durch Tiefpassfilter werden diese Frequenzen
vor der Analog-Digital-Wandlung entfernt ("Anti-Aliasing").
Bei gängigen Laboranwendungen häufig die Ursache von langsam
auf und ab driftenden Signalen aufgrund von Störeinstreuungen
durch das Stromnetz (50 Hz).
Siehe auch
Messdatenerfassung im Labor
Analog/Digitalwandler
siehe analoge-digitale Daten
Analoge - digitale Daten
Fast alle physikalisch-chemischen Messdaten sind prinzipiell
analog, können also jeden beliebigen Wert innerhalb bestimmter
Grenzen annehmen. Beispiele dafür sind Lichtabsorption im
Fotometer, Brechungsindex, elektrische Leitfähigkeit sowie die
von Analysengeräten meist gelieferten Spannungs- oder Stromwerte.
Heutige Computer hingegen verarbeiten ausschließlich digitale
Daten (aus den Zuständen 0 und 1 zusammengesetzte Zahlenwerte)
und können daher nur bestimmte (diskrete) Werte annehmen.
Aus diesem Grund ist bei jeder EDV-gestützten Aufnahme von
Analysendaten eine Wandlung der analogen in digitale Daten
vorzunehmen. Die Qualität dieser A/D-Wandlung ist ein
entscheidendes Kriterium für Genauigkeit und Verlässlichkeit
der von Rechner gelieferten Messwerte und lässt sich unter
anderem durch Abtast- oder Samplingrate (Anzahl der Messungen pro
Sekunde), Auflösung (in Bit) und Genauigkeit angeben. Je höher
diese Werte liegen, desto genauer entsprechen im allgemeinen die
Messungen der Realität, umso höher wird allerdings auch der
Speicherbedarf.
Siehe auch
Messdatenerfassung im
Labor
Analog-Multiplexer
Elektronische Baugruppe, die einen von mehreren Analogeingängen
zur weiteren Messung durchschaltet. Auf diese Weise können die
Signale an vielen Kanäle hintereinander mit geringem
Hardwareaufwand erfasst werden.
Siehe auch
Messdatenerfassung im
Labor
Analyse- und Designtechniken
Verschiedene Verfahren des Software-Engineering, die der
eigentlichen Programmierung eines Softwareproduktes (z.B. eines
LIMS) vorangehen und eine genaue Problem- und Systemanalyse sowie
Vorschläge zur Umsetzung in einem automatisierten System (Personal
Computer, aber auch z.B. einer Prozesssteuerung) zum Inhalt haben.
Zur übersichtlicheren Darstellung werden häufig grafische
Hilfsmittel verwendet, so z.B. Datenflussdiagramme oder Entity-Relationship-Modelle.
Siehe auch
Aktive Benutzerbeteiligung ...
AQS
Analytische Qualitätssicherung: Nachdem die Qualitätssicherung
schon seit langem in der Produktion etabliert ist, war es
naheliegend, ähnliche Prinzipien auch auf Dienstleistungen bzw.
immaterielle Produkte auszudehnen, so z.B. die Messtechnik im
allgemeinen und die Analytik im
speziellen. Die AQS begleitet üblicherweise ein
Analysenverfahren (Methode) von der Entwicklung über den
testweisen Verwendung bis zum Routineeinsatz. Am häufigsten
werden statistische Verfahren (z.B. Regressionsanalyse) und
grafische Darstellungen (z.B. Regelkarten) eingesetzt, um die
Qualitätskriterien (z.B. Selektivität, Genauigkeit,
Erfassungsgrenzen) zu ermitteln und später zu überwachen.
Siehe auch
Qualitätssicherung in der
Analytik
Asymmetrische Eingänge
siehe symmetrische Eingänge
Asynchrone Übertragung
siehe serielle Schnittstelle
Benutzeroberfläche
Betriebsprogramm ( Software), das in möglichst übersichtlicher
und komfortabler Weise dem Anwender den Zugang zu den eigentlich
relevanten Programmodulen ermöglicht.
Grafische
Benutzeroberflächen stellen eine besonders komfortable und
leicht erlernbare Lösung in diesem Sinn dar und sind bei den
meisten modernen Betriebssystemen (Microsoft Windows-Familie, OS/2,
UNIX mit X-Windows oder Motif etc.) verfügbar.
Betriebssysteme
Software, die dem eigentlichen Anwendungsprogramm die
individuellen Möglichkeiten des Computers (Speicherung,
Bildschirmdarstellung, Druckerausgabe etc.) zur Verfügung stellt.
Das Betriebssystem wird immer vor den eigentlichen Anwendungen
geladen. Bei Personal Computern sind Microsoft Windows (Versionen
3.11, 95, 98 und NT) sowie - seltener - OS/2 und UNIX in
Verwendung, während Workstations nahezu ausschließlich unter
UNIX arbeiten.
Client-Server-Architektur
Verteilung der Aufgaben zwischen mehreren Rechnern (üblicherweise
im Netzwerk). Der
Server stellt bestimmte Leistungen auf
Anforderung der
Clients zur Verfügung und erledigt sie
zentral. Die wichtigste Anwendung ist die zentrale Nutzung
bestimmter Geräte (große Festplatte, Drucker, Datenbanken etc.),
womit die betreffenden Geräte von jedem Rechner aus verwendet
werden können, ohne sie für jeden Computer anzuschaffen.
Datenbanken
System zur Verwaltung umfangreicher Datenbestände, die meist in
Form von Tabellen (z.B. Adresslisten) angeordnet sind. Die
wichtigsten Kriterien einer Datenbank sind Datensicherheit,
Abrufgeschwindigkeit sowie Flexibilität. Am gängigsten sind
derzeit relationale Datenbanken, die mit der genormten
Abfragesprache SQL ausgestattet sind.
Siehe auch
Datenbank-Einsatz im Labor
Datensatz:
Datenbank-gemäße Beschreibung eines einzelnen Gegenstandes bzw.
Person (z.B. Kunde mit Angabe der Felder Namen, Adresse,
Telefonnummer) etc.
Siehe auch
Datenbank-Einsatz im
Labor
Datensicherheit
Maßnahmen, um die gespeicherten Daten gegen zufälligen Verlust
wie auch gegen Missbrauch (Löschung, Veränderung oder
unberechtiges Lesen) zu schützen. Missbrauch wird im allgemeinen
durch Zugangsbeschränkungen und Passwortvergabe zu verhindern
versucht, während zufälliger Verlust meist durch umfangreiche
Softwareprüfung, aber auch durch unterbrechungsfreie
Stromversorgungen, Festplatten-Spiegelung (doppelte Speicherung
aller Daten) etc. bekämpft wird. Absolute Datensicherheit kann
generell in keinem der beiden Bereiche erzielt werden!
Siehe auch
Datenbank-Einsatz im Labor
DNS
Domain Name Server = Rechner, der durch entsprechende Software
dafür ausgerüstet ist, unbekannte Rechnernamen (z.B. "www.ats-vienna.com")
in IP-Adressen zu übersetzen, damit eine Verbindung mit dem
betreffenden Rechner hergestellt werden kann. Wenn der DNS den
Namen nicht selbst kennt, leitet er die Frage an einen oder
mehrere andere DNS weiter. Domain Name Server werden in allen größeren
Netzwerken benötigt, insbesondere im Internet.
Entity-Relationship-Modellierung
grafisches, übersichtliches Verfahren, um die logische
Zusammengehörigkeit von Objekten bzw. Daten zu erkennen, was für
die Entwicklung einer Datenbankanwendung erforderlich ist.
Insbesondere ist das korrekte Erkennen und Beschreiben von
Beziehungen zwischen Objektklassen (z.B. zwischen Kundenadresse
und dem einzelnen Auftrag) von Bedeutung.
Siehe auch
Datenbank-Einsatz im Labor
Felder:
bei Datenbanken: einzelne, inhaltlich bestimmte Teile des
Datensatzes, die bestimmte Attribute (Teilinformationen)
beschreiben, z.B. "Name", "Adresse", "Telefonnummer"
etc.
Siehe auch
Datenbank-Einsatz im Labor
GLP
Good Laboratory Practice = Gute Laborpraxis. GLP ist vor allem
als Qualitätssicherungs-Richtlinien für die
Unternehmensorganisation zu verstehen. In Hinblick auf die
Datenverarbeitung besonders Vorschriften und Empfehlungen, um
alle im Zuge der Analysentätigkeit getroffenen Entscheidungen
und entstandenen Daten zu sichern bzw. zu dokumentieren. Zunächst
von der US-Behörde FDA ins Leben gerufen, erhält GLP durch OECD-Richtlinien
und nationale Regelungen immer mehr auch in Europa
Gesetzescharakter.
GUI
Graphical User Interface = Grafische Benutzeroberfläche
Hardware
Bezeichnung für alle materiellen Bestandteile von
Computersystemen, so zum Beispiel Recheneinheit, Monitor, Drucker
etc.
Internet
Weltumspannendes Netzwerk, zunächst vom US-Verteidigungsministerium
zur Vernetzung mit Universitäten aufgebaut, heute jedoch für
jedermann verfügbar. Die wichtigsten Anwendungen im geschäftlichen
Bereich sind das WWW (Word wide web, insbesondere das Abrufen von
Internet-Seiten), elektronische Post (e-mail) sowie der
Dateitransfer über FTP.
Intranet
Moderne Bezeichung für ein nach außen abgeschlossenes Netzwerk
mit ähnlichen Anwendungen wie im Internet (z.B. firmenintern).
IP-Adresse
Zahlenkombination, die aus vier Bytes (8 bit, also Dezimalzahlen
von 0 bis 255), mit einem Punkt getrennt, bestehen und jeden
Computer im Internet eindeutig identifzieren (z.B. "128.195.200.13").
Die Zuordnung von Namen (z.B. "www.ats-vienna.com") zu
einer IP-Adresse erfolgt durch DNS (Domain Name Server). Bei fest
mit dem Internet verbundenen Rechnern ist die IP-Adresse im
allgemeinen unveränderlich, während beim Einwahl über MODEM
zum Internet-Provider für jede Sitzung eine aus einer Liste verfügbarer
IP-Adressen vergeben wird.
LAN
Local Area Network, siehe Netzwerk
Lifecycle-Modell
Empfehlung für die Abfolge der einzelnen Projektphasen bei der
Software-Entwicklung. Angelehnt an die "Lebenszyklus-Modelle"
in der Betriebswirtschaftstheorie (Produktion, Marketing etc.)
werden in etwa die folgenden Phasen unterschieden, die aneinander
gereiht werden: (System-) Analyse, Design, Implementierung, Einführung,
Dokumentation, Wartung. Manche moderne Methoden versuchen die
Phasen teilweise überlappend durchzuführen, um schnellere
Entwicklung und bessere Einbindung des zukünftigen Anwenders zu
erreichen. Auf das Lifecycle-Modell wird übrigens in
verschiedenen Qualitätssicherungs-Richtlinien (z.B. TickIT, GAMP)
Bezug genommen, ohne es jedoch als verbindlich zu erklären.
LIMS
Laboratory Information Management System =
Laborinformationssystem. Darunter werden meist Softwareprodukte
verstanden, die zur unternehmensweiten Verwaltung der
Analysendaten und anderen im Labor entstehenden Informationen (z.B.
Chemikalien-Lagerbestand, Fakturierung von Analysenaufträgen,
Standardarbeitsanweisungen etc.) dienen. Da diese Aufgaben
bereits stark in die Unternehmensorganisation hineinreichen, sind
vorgefertigte Lösungen meist problematisch. Dies führt dazu,
dass die mehr oder weniger individuelle Erstellung von LIMS-Produkten
relativ lange dauert und relativ hohe Kosten verursacht.
Siehe auch
Laborinformationssysteme (LIMS)
Locking
(auch: "Sperrmechanismen") - Sicherheitsmaßnahmen
eines Datenbanksystems (oder Betriebssystems), um bei simultaner
Arbeit mehrerer Benutzer fehlerhafte Daten zu vermeiden, die
durch nahezu gleichzeitigen Zugriff auf denselben Datensatz
entstehen können.
Siehe auch
Datenbank-Einsatz im Labor
Messdatenerfassung
Aufnahme der Messdaten und Überführung in ein vom Rechner
verwendbares Format ( analoge - digitale Daten). Die
Datenerfassung nimmt noch keine Auswertung oder Veränderung vor,
verlässt also nicht die Ebene der Rohdaten.
Siehe auch
Messdatenerfassung im Labor
Messfehler
Verfälschungen des Messsignals im Zuge der Datenerfassung. Die
Fehler (statistisch oder systematisch) können bereits bei der
Datenentstehung, aber auch erst bei der Übertragung (insb. Störeinstreuungen
in Verbindungskabel) oder der Analog/Digital-Wandlung auftreten.
Siehe auch
Datenbank-Einsatz im Labor
Multitasking
(Quasi-) gleichzeitiges Ausführen mehrerer Programme auf einem
Rechner. Alle derzeit üblichen Betriebssysteme (Microsoft
Windows Familie, OS/2, UNIX etc.) sind multitaskingfähig, wobei
jedoch ein Unterschied zwischen kooperativen (Windows 3.11,
teilweise Windows 95 und 98) und präemptiven Multitasking (Windows
NT, UNIX) besteht. Bei kooperativem M. wird erwartet, dass jedes
Programm sich "kooperativ" verhält, also nicht unnötig
viel Rechenzeit an sich reißt, während bei präemptivem M. das
Betriebssystem selbst für eine "gerechte" Verteilung
sorgt.
Multiuser-Systeme
Betriebssysteme bzw. Dienstprogramme (z.B. Datenbank), die ein
gleichzeitiges Arbeiten von mehreren Personen erlauben. Während
dies früher wegen der teueren Rechner notwendig war, liegt die
Bedeutung von Multiuser-Systemen besonders in der zentralen
Verwaltung und einfacheren Fernwartung. Unter den gängigeren
Betriebssystemen ist nur UNIX multiuserfähig (eine Multiuser-Version
von Windows NT soll demnächst verfügbar sein).
Netzwerk
Verbindung zwischen mehreren unabhängigen Rechnern zum
Datenaustausch. Die wichtigsten Formen sind LANs (Local Area
Network), z.B. innerhalb eines Unternehmens oder Abteilungen
sowie WAN (Wide Area Network), die oft global bestehen. Die
bedeutendsten Vorteile gegenüber unvernetzten Systemen sind
zentrale Speicherung von Daten ( Server), gemeinsame Benützung
von Druckern und anderen Geräten sowie elektronische
Kommunikation (electronic mail).
Verbreitete Netzwerksysteme sind vor allem Ethernet
und IBM Token Ring, die meistverwendeten Softwareprodukte zum
Netzwerkbetrieb sind die Windows-Netzwerkkomponenten, Novell
NetWare sowie TCP/IP (letzteres vor allem für Internet und
allgemein bei UNIX-Rechnern).
ODBC
Open Database Connectivity = Softwareschnittstelle (von Microsoft
definiert) zwischen Anwendungsprogrammen und beliebigen
Datenbanksystemen. Der große Vorteil von ODBC liegt darin, dass
die Anwendungsprogramme unabhängig vom verwendeten
Datenbanksystem-Hersteller gehalten werden können und daher die
Anpassungsarbeit bei der Installation entfällt.
Personal Computer:
Häufige Bezeichnung für die preisgünstigsten und kleinsten
kommerziell nutzbaren Rechnersysteme. Die am weitesten
verbreiteten Personal Computer (PCs) sind IBM-kompatible Geräte
mit den Prozessoren 80486, Pentium, Pentium II der Fa. INTEL
sowie kompatible Produkte von anderen Chipherstellern. Vorteile
von Personal Computern gegenüber größeren Systemen sind die
ausgesprochen geringen Anschaffungskosten sowie das enorme
Softwareangebot aufgrund der weiten Verbreitung.
Regelkarte
(oft auch als Kontrollkarte bezeichnete) einfache, grafische
Darstellung der Entwicklung bestimmter Qualitätsparameter. Zunächst
wurden Regelkarten in Qualitätskontrolle von
Produktionsbetrieben (z.B. Füllmenge von Konservendosen)
eingesetzt, um zufällige Streuungen von Produktionsfehlern zu
unterscheiden und bei Bedarf rechtzeitig eingreifen zu können.
In letzter Zeit werden Regelkarten (in verschiedenen Variationen)
auch in der Analytischen Qualitätssicherung ( AQS) verwendet,
indem die Analyse / Messung gewissermaßen als Produktionsprozess
angesehen wird, deren Qualität zu überwachen ist.
Siehe auch
Qualitätssicherung in der Analytik
Regressionsanalyse
Mathematisch-statistisches Verfahren, um eine bestimmte Funktion
durch geeignete Wahl von Parametern (z.B. Geradensteigung)
optimal an mehrere Messpunkte anzupassen. Die wichtigste
Anwendung im Labor ist die Berechnung einer Kalibrationsfunktion
durch mehrere Kalibrationspunkte (Messungen von Standards
bekannter Konzentration bzw. anderen Parametern).
Siehe auch
Qualitätssicherung in der Analytik
Relation
Im Zusammenhang mit Datenbanken wird unter einer Relation eine
ungeordnete Menge von n-Tupeln mit bestimmten Voraussetzungen
verstanden. Diese etwas abschreckende Beschreibung lässt sich
grob ganz einfach mit einer Tabelle vergleichen, deren Spalten
bestimmte Attribute (z.B. Name, Adresse, Telefonnummer etc.)
darstellen und in deren Zeilen die einzelnen Objekte (z.B.
Personen) stehen. Die Relationentheorie hat zum Inhalt, auf
welche Weise man Datenbestände (z.B. die gesamte Verwaltung
eines Labors) in Form derartiger Tabellen führen kann, ohne
bestimmte Probleme zuzulassen (z.B. doppelte Speicherung
derselben Daten). Die meisten gängigen Datenbanken stützen sich
auf das Relationenmodell und werden daher als relationale
Datenbanken bezeichnet.
Siehe auch
Datenbank-Einsatz im Labor
Relationale Datenbank
derzeit für kleinere und mittlere Datenbankanwendung das am
weitesten verbreitete Modell, da Änderungen sehr einfach und
flexibel durchgeführt werden können. Der Preis für die hohe
Flexibilität liegt in der eher geringen Zugriffsgeschwindigkeit,
die oft mühsame Optimierung der Zugriffsmethoden ("Tuning")
für den Datenbankverwalter erfordert.
Siehe auch
Datenbank-Einsatz im Labor
RS-232, RS-422, RS-485
siehe serielle Schnittstelle
Serielle Schnittstelle
häufigstes (digitales) Übertragungsverfahren zwischen "intelligenten"
Laborgeräten und Computer. In der elektrischen Ausführung (Spannungsbereich,
asymmetrisch oder symmetrische Signalleitungen etc.) werden RS-232,
RS-422 und RS-485 unterschieden. Am häufigsten wird die RS-232
verwendet, die allerdings - im Gegensatz zur RS-485 - nur zur
Verbindung von jeweils 2 Geräten geeignet ist. Um eine korrekte
Übertragung zu ermöglichen, müssen die Betriebsparameter
Baudrate, Anzahl der Daten- und Stopbits und die Parität auf
beiden Seiten identisch konfiguriert werden.
Siehe auch
Bits in Serie: Die RS-232
Software
Immaterielle Teile von Computersystemen. Im engeren Sinn werden
darunter ausschließlich die eingesetzten Programme verstanden.
Software-Engineering
Sammlung von Verfahren, die Entwicklung von Software auf lange
Sicht möglichst kosten- und zeitsparend zu gestalten. Die
Versuchung ist groß, (zumindest kleinere) Softwareprojekte aufs
Geratewohl anzugehen, was schnell zu ersten Ergebnissen führt,
dann aber immer aufwendiger und unübersichtlicher wird und meist
überhaupt nicht mehr zu warten ist. Wichtige Teilbereiche des
Software-Engineering sind Analyse- und Designtechniken (Erkennung
und Analyse der Problemstellung, Umsetzung in ein Programmdesign),
Software-Metriken (Schätzung von Zeit- und Kostenaufwand vor
Projektbeginn) sowie Organisationsempfehlungen für Teams.
Siehe auch
Aktive Benutzerbeteiligung ...
SQL
Structured Query Language - Datenbankabfragesprache, besonders
bei relationalen Datenbanken weit verbreitet. Durch ihre hohe
Flexibilität können auch komplexe Fragestellungen in wenigen
Zeilen formuliert werden. SQL ist bei nahezu allen relationalen
Datenbanksystemen verfügbar und wird deshalb als quasi-Standard
akzeptiert.
Siehe auch
Datenbank-Einsatz im Labor
Steuerung und Regelung
Im Gegensatz zur Messwerterfassung (Messung von Systemparametern)
werden hier die Wirkungen auf das System betrachtet (z.B. Vorgabe
der GC-Temperatur). In der deutschsprachigen Literatur wird oft
zwischen Steuerung als von Systemparametern unabhängiges
Verhalten und von Regelung (die aktuelle Systemparameter
einbezieht) unterschieden. Das automatische Abschalten der Geräte
um 18.00 wäre demnach als Steuerung zu verstehen, das
Einschalten der Heizung durch einen Thermostaten, sobald die
Raumtemperatur unter 20 °C sinkt, jedoch als Regelung. Im
Englischen ist diese Unterscheidung unbekannt (nur "
control"),
was kein großer Verlust ist, da sich Steuerung und Regelung
ohnehin nicht immer problemlos auseinanderhalten lassen.
Symmetrische Eingänge
zwei identische Eingänge, deren Spannungspegel subtrahiert wird,
womit Störeinstreuungen weitgehend beseitigt werden. Bei
niedrigen Spannungen (z.B. EKG oder Thermoelemente) und/oder
hohen Genauigkeitsforderungen nahezu unverzichtbar. Im Gegensatz
dazu sind asymmetrische Eingängen elektronisch einfacher zu
realisieren (einer der beiden Anschlüsse ist mit Masse, meist 0
Volt, verbunden), aber gegenüber Störeinstreuungen
empfindlicher. Bei Eingangsspannungen von 1 oder mehr Volt stellt
dies jedoch üblicherweise kein größeres Problem dar.
Siehe auch
Messdatenerfassung im Labor
Systemanalyse
Verfahren (verschiedene gängige Methoden) zur systematischen und
vollständigen Erkennung der Zusammenhänge in der "Realwelt",
um die Grundlage für die Programmentwicklung zu bilden. Üblicherweise
werden hierbei Prozesse (z.B. Registrierung einer neuer Probe)
und Daten (z.B. Probenbeschreibung, Eingangsdatum, gesuchte
Parameter, ...) betrachtet, manche Methoden erweitern dies auch
noch auf Ereignisse oder andere Dimensionen.
Siehe auch
Aktive Benutzerbeteiligung ...
Tabelle
Im Zusammenhang mit Datenbanksystemen wird darunter eine Menge (beliebige
Reihenfolge) von Datensätzen mit eindeutig definierter Struktur
(Anzahl und Typ der zugehörigen Felder)
Siehe auch
Datenbank-Einsatz im Labor
TCP/IP
Gängigstes "Protokoll" zur Kommunikation zwischen
Rechnern in einem größeren Netzwerk. Bei TCP/IP wird jeder
Rechner durch seine IP-Adresse identifiziert und kann auch noch
einen leichter zu merkenden Namen (z.B. "www.ats-vienna.com")
erhalten, der mit Hilfe eines DNS (Domain Name Server) in die IP-Adresse
übersetzt wird. Im Gegensatz zu den bei kleinen Netzwerken
weitverbreitenden Protokollen NetBEUI (Microsoft) und IPX (Novell)
ist TCP/IP für weltumspannende Netzwerke (z.B. das Internet) prädestiniert.
Die Verwendung mehrerer Netzwerkprotokolle gleichzeitig ist übrigens
weitgehend problemlos und auf vielen Rechnern Standard.
Tiefpassfilter
Elektronische Baugruppe (im einfachsten Fall nur aus Widerständen
und Kondensatoren bestehend) zur Abschwächung höherfrequenter
Schwingungen. Da auch das Nutzsignal beeinflusst werden kann,
sind diese Filter nur als Notlösung zur Reduktion von Störeinstreuungen
oder Rauschen sinnvoll. Tiefpassfilter müssen jedoch vor jedem
Datenerfassungssystem mit Analog-Digital-Wandlung zur Vermeidung
von Aliasing-Effekten eingesetzt werden.
Siehe auch
Messdatenerfassung im Labor
Transaktionsverwaltung
Bei Datenbanken sorgt die T. dafür, dass zusammengehörige
Aktionen (z.B. Schreiben einer neuen Kundenadresse und eines
neuen Auftrages) nur vollständig - oder gar nicht - erfolgen.
Damit wird die Gefahr der Entstehung inkonsistenter (unvollständiger
oder fehlerhafter) Datenbestände vermieden, die ansonsten eine
schwer auffindbare Problemquelle darstellen würden.
Siehe auch
Datenbank-Einsatz im Labor
UNIX-Workstation
(oder schlicht "Workstation"): Rechnersysteme, die
preislich und hinsichtlich der Leistungsfähigkeit unmittelbar über
den Personal Computern angesiedelt sind. Die Geräte sind mit dem
mehrbenutzerfähigen Betriebssystem UNIX ausgerüstet.
Workstations und Personal Computer setzen sich zur Zeit eindeutig
gegenüber größeren Systemen durch.
Varianzhomogenität
Die Voraussetzung der üblichen Berechnungsverfahren in der
Regressionsanalyse ("Methode der kleinsten Quadrate")
ist, dass die mittleren Fehler der einzelnen Messpunkte unabhängig
von anderen bekannten Parametern sind (z.B. von der
Standardkonzentration in einer Eichreihe). Dies ist jedoch nicht
immer gegeben (z.B. führen Pipettierfehler von durchschnittlich
1 % bei einem Standard mit 10 g/l zu einem Fehler von 0.1, während
ein Standard mit 50 g/l dann auf 0.5 im Mittel kommt). Streng
genommen darf in einem solchen Fall keine Regressionsanalyse
verwendet werden, wenn der Fehler nicht durch apparative oder
mathematische Verfahren konstant gemacht werden kann (wenn nur
ein multiplikativer Fehler wie beim Pipettieren vorliegt, z.B.
durch Verwendung des Logarithmus der Messwerte). In der Praxis
wird oft - mehr oder weniger sorglos - mit unterschiedlich
gewichteten Regressionen oder anderen Verfahren gearbeitet.
Siehe auch
Qualitätssicherung in der
Analytik