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Internet / Intranet im Labor
Kurzfassung:

Wie fast überall ist auch im Labor ein Betrieb ohne Internet / Intranet kaum mehr vorstellbar. Dennoch beschränken sich die Anwender meist auf die Rolle als "passive Konsumenten", obwohl sich mit einfachen Mitteln viele Möglichkeiten zur Verbesserung des Laborbetriebes eröffnen. In diesem Beitrag werden die Möglichkeiten von HTML sowie der Erweiterungen JavaScript, Java, CGI, SHTML, PHP etc. beschrieben und Einsatzmöglichkeiten im Labor aufgezeigt.



Basiswissen zur Technik

Wie die meisten weltbewegenden Errungenschaften waren auch die Anfänge des Internet eher bescheiden und von der breiten Öffentlichkeit kaum beachtet. Um die Kommunikation des amerikanischen Verteidigungsministeriums (Department of Defence) mit den in Forschungsprojekten beteiligten Universitäten zu fördern, wurde die Datenverbindung ins Leben gerufen, die einige Zeit später weltumspannend sein sollte.

Zunächst wurde das Internet überwiegend im akademischen, nicht-kommerziellen Bereich genutzt, weshalb bis heute die Inanspruchnahme der Übertragungsmöglichkeiten an sich kostenlos ist, lediglich der Zugang zum Internet ist vom Teilnehmer zu bezahlen (Internet-Provider).

IP-Adressen

Das Internet basiert auf dem Netzwerkprotokoll TCP/IP, das immer schon zur Grundausstattung von UNIX-Rechnern gehörte, auf PCs aber erst standardmäßig ab Windows 95 verfügbar ist. Bei TCP/IP wird jeder teilnehmende Rechner durch eine IP - Adresse identifiziert, die aus 4 Bytes besteht, also 4 Zahlen, von denen jede einen Wert zwischen 0 und 255 annehmen kann. IP-Adressen (IP steht übrigens für internet protocol) werden meist im Dezimalsystem mit einem Punkt zwischen den Zahlen angeschrieben, so z.B.

120.130.140.150

Rechner, die ständig mit dem Internet verbunden sind (insb. auf Universitäten und größeren Unternehmen) erhalten zumeist eine fixe Internet-Adresse, was eine Voraussetzung für die problemlose Erreichbarkeit von einem anderen Rechner aus ist. Bei Einwahl über Telefon / Modem (inklusive ISDN bzw. ADSL) wird hingegen meist vom Provider (ISP = internet service provider) eine gerade freie Adresse aus einem dem Provider zustehenden Adresspool vergeben, die dann nur solange gilt, bis die Verbindung getrennt wird.

Im übrigen lassen sich mit den 4 Byte (32 bit) der gegenwärtigen IP-Adressen "nur" etwas über 4 Milliarden verschiedene Kombinationen bilden. Bei der zunehmenden weltweiten Bedeutung ist es einzusehen, dass diese Zahl in nicht allzu ferner Zukunft bereits knapp werden könnte. Aus diesem Grund wird derzeit über eine Erweiterung auf voraussichtlich 16 Zahlen (128 bit) nachgedacht, mit der sich dann über 1043 Kombinationsmöglichkeiten ergeben - wohl genug auch für die restlichen besiedelten Planeten unserer Galaxie ...

Nun könnte man eine IP-Adresse (z.B. die oben genannte 120.130.140.150) am Rechner eintippen, um sich beispielsweise eine Webseite anzusehen, die auf diesem Rechner gespeichert ist. Wer häufig das Internet nützt, hat bestimmt schon solche Angaben gesehen. Allerdings sind Zahlenkolonnen dieser Art schwer zu merken und unübersichtlich. Aus diesem Grund wurden sogenannte Name-Server (DNS = domain name server) eingerichtet, die einen "fast im Klartext" vorliegenden Rechnernamen (z.B. www.ats-vienna.com) in die korrekte IP-Adresse übersetzen.

Domain-Namen

Unter einer "domain" wird im übrigen eine Gruppe zusammengehöriger Rechner verstanden; diese domain kann dann wieder in Sub-domains unterteilt werden etc. Im Gegensatz zu Telefonnummern, bei denen zuerst die Landesvorwahl, dann die Ortsvorwahl und erst am Ende die Teilnehmernummer kommt, steht bei den Internet-Namen die oberste Einteilung ganz rechts. com (commercial) repräsentiert daher die Internet-Rechner von Firmen, org die von privaten Organisationen, gov staatliche Stellen und edu Schulen und Universitäten. Da die Domain-Namen anfänglich eine rein US-amerikanische Angelegenheit waren, stehen diese sogenannte Top-Level-Domains in gewissem Widerspruch zu den länderspezifischen Angaben (z.B. de für Deutschland, at für Österreich und ch für die Schweiz).

Dienste

Nun wissen wir bereits, wie wir einen bestimmten Rechner im Internet ansprechen können, nämlich über seine IP-Adresse (z.B. 120.130.140.150) oder - viel bequemer - über seinen Domainnamen (z.B. www.ats-vienna.com). Um mit ihm erfolgreich zu kommunizieren, müssen wir aber auch noch einen unterstützten Dienst auswählen und das damit verbundene Protokoll einhalten.

Die wichtigsten Dienste / Protokolle im Internet sind folgende:

http
(hypertext transfer protocol)
Dieser Dienst wird landläufig oft mit "dem Internet" gleichgesetzt. Er dient zum Zugriff auf Webseiten; auf eine "GET"-Anforderung unter Angabe der Internet-Adresse wird die gewünschte Seite an den aufrufenden PC zurückübertragen und dort dargestellt (sofern diese Seite existiert). Da auf diese Weise nur Daten abgerufen, nicht aber am Server verändert oder gar gelöscht werden können, ist üblicherweise keine Identifizierung mit Namen und Passwort notwendig. Die wichtigsten Programme am PC, die diesen Dienst nützen, sind die Internet-Browser (z.B. Microsoft Internet Explorer oder Netscape Navigator).

https
Gleiche Aufgabe und Funktionalität wie http, allerdings werden hier die gesamten übertragenen Daten (sowohl vom Server zum PC als auch umgekehrt) mit der als als SSL bekannten Technik verschlüsselt. Beim "normalen" http-Protokoll könnte nämlich jeder Rechner, der zur Vermittlung der Datenübertragung dient (Knoten), ohne Probleme alle übermittelten Daten mitspeichern, was bei der Eingabe von persönlichen Daten, Kreditkartennummern etc. sehr unangenehm wäre. Der Eintritt in eine https - Seite (oft als "sichere Verbindung" bezeichnet) wird bei den Internet-Browsern durch ein spezielles Symbol (Schloss, Schlüssel etc.) angezeigt.

ftp
(file tranfer protocol)
ftp dient zur Übertragung beliebiger Dateien (Lesen, aber auch Schreiben oder Löschen) auf / von einem anderen Rechner, ähnlich wie man es mit dem Windows-Explorer am Firmennetzwerk kann. Aufgrund dieser Möglichkeiten ist eine individuelle Zugangsberechtigung am betreffenden Rechner und die Anmeldung mit Namen und Passwort im allgemeinen zwingend. Manchmal ist auch ein anonymer Einstieg möglich, der in diesem Fall natürlich nur auf einige wenige Dateien oder Verzeichnisse und nur auf Lesen eingeschränkt ist. ftp wird z.B. sehr oft verwendet, um selbst erstellte Internet-Dokumente auf den Server zu übertragen (Upload). Das ftp-Protokoll existiert auf den meisten Rechnern als "Command-Line-Befehl". Einfacher zu handhaben sind die Möglichkeiten mit speziellen Programmen (z.B. WS_FTP oder der Explorer in den neuesten Windows-Versionen).

POP3
(post office protocol)
Da eingehende e-mails meist nicht auf dem eigenen PC, sondern einem ständig laufenden Rechner (dem Mailserver) zwischengespeichert werden, benötigt man ein Protokoll, um diese Mails auf den eigenen PC zu übertragen. Dies ist in etwa vergleichbar mit dem Gang zum Briefkasten. Die wichtigsten Funktionen von pop3 sind die Abfrage, welche Mails angekommen sind, die eigentliche Abholung und schließlich das Löschen gelesener Nachrichten. Da natürlich nicht jeder andere Internet-Anwender die persönlichen Mails lesen und löschen können sollte, ist eine Anmeldung mit Namen und Passwort erforderlich. Die wichtigsten Programme, die pop3 unterstützen sind Microsoft Outlook, Eudora oder Pegasus Mail unter Windows, sowie pine oder elm unter UNIX.

SMTP
(simple mail transfer protocol)
Im Gegensatz zu POP3 (Abholen eingegangener Mails) dient SMTP zum Versenden von e-Mails. Unbedingt notwendig wäre es zwar nicht, da man im Prinzip direkt eine Verbindung mit dem Mailserver des Empfängers aufnehmen könnte. Der Vorteil von SMTP liegt darin, dass es die Nachricht zwischenspeichert, auch wenn sie nicht sofort zugestellt werden kann, ohne dass der Absender solange die Internet-Verbindung aufrechterhalten muss. Außerdem benachrichtigt SMTP den Absender, wenn seine Nachricht auch nach einiger Zeit nicht abgeliefert werden konnte. Die oben genannten Mailprogramme unterstützen im allgemeinen auch SMTP.

telnet
(Terminalprogramm)
telnet dient dazu, direkt Programme oder Systemfunktionen am anderen Rechner auszuführen, ähnlich wie man es von "MSDOS-Kommandozeileninterpreter" unter Windows gewohnt ist. Es ist leicht einzusehen, dass dieser Zugang nur mit Namen und Passwort identifizierten, berechtigten Anwendern eingeräumt wird. telnet wird häufig zur Konfigurierung eines Webservers benötigt. Verwendet wird das telnet-Protokoll vom gleichnamigen Programm, das sowohl auf PCs als auch auf UNIX-Rechnern vorinstalliert ist.



Mehr zu http und HTML

Wir wollen uns im folgenden hauptsächlich mit http (bzw. der verschlüsselten Variante https) beschäftigen. Über den bereits oben erwähnten GET - Befehl kann man eine beliebige Datei abrufen, die am betreffenden Rechner existiert und für diese Anwendung freigegeben ist. Es kann sich hierbei um Textdateien, Grafiken etc. handeln. Im allgemeinen wird aber vom Internet-Anwender zunächst eine HTML-Datei angefordert.

HTML steht für hypertext markup language, ist also ein Dateiformat, das primär zur Darstellung von Textdateien vorgesehen ist (ähnlich wie z.B. ein Microsoft-Word-Dokument). Durch die Bezeichnung Hypertext wird darauf hingewiesen, dass durch Links sehr einfach zwischen unterschiedlichen Dokumenten gewechselt werden kann (einfach durch Mausklick auf einen gekennzeichneten Text oder ein Symbol).

Die Angabe "markup language" hingegen bedeutet, dass die HTML-Dokumente an sich für Menschen lesbar sind (im Gegensatz zu Word-Dokumenten) und die Formatierungsanweisungen (Fettdruck, Überschriften etc.) durch spezielle Anweisungen in spitzen Klammern gekennzeichnet sind.

Ein kleines Beispiel

Ein sehr einfaches HTML-Dokument könnte z.B. folgendermaßen aussehen:

<html>
 <head>
  <title>Testseite</title>
 </head>
 <body>
  <p>
   Dies ist eine kleine <b>Testseite</b>, um den Grundaufbau einer HTML-
   Seite zu demonstrieren. Für weitere Informationen klicken Sie bitte
   <a href="http://www.ats-vienna.com/internet.php">hierher</a>.
  </p>
  <img src="images/atslogo.gif">
 </body>
</html>
Klicken Sie hier, um die Beispielseite anzuzeigen ...

Wie man sieht, besteht eine HTML-Seite aus "normalem" Text, in den verschiedene Kommandos (in spitzen Klammern) eingestreut sind. Bis auf wenige Ausnahmen besteht jedes Kommando aus einem Anfang (z.B. <b> für den Fettdruck) und einem Ende (bei dem ein /-Zeichen vorangestellt wird, also z.B. </b>).

Mit <html> (1. Zeile) wird dem Internet-Browser angezeigt, dass es sich um ein HTML-Dokument handelt; die Angaben im <head> - Teil informieren über andere, nicht direkt im Anzeigebereich sichtbare Daten, so z.B. hier den Titel (wird von den meisten Browsern aber ganz oben in der farbigen Zeile angezeigt). Andere Angaben wären Informationen über den Autor, Stichwörter etc.

In der <body> - Sektion schließlich befinden sich die tatsächlich anzuzeigenden Texte; mit <p> wird ein Absatz (p steht für paragraph) definiert. Das Kommando <b> für Fettdruck haben wir ja bereits kennengelernt. Eine sehr wichtige Möglichkeit für HTML-Dokumente besteht in den Verweisen (Links), die in unserem Beispiel durch die <a href= ...> - Angabe präsentiert wird. Der markierte Text (im Beispiel "hierher") ist dann farbig anders als der restliche Text gekennzeichnet und ruft beim Anklicken die dort angegebene Internet-Adresse auf.

Als letztes finden wir in unserem Mini-Beispiel noch die Angabe <img src=...>, mit der eine Grafik in das Dokument eingebunden wird. Grafiken in HTML befinden sich grundsätzlich in eigenen Dateien (im Unterschied z.B. zu Microsoft Word) und werden vom Browser angefordert, sobald sie einen derartigen Verweis im HTML-Dokument antreffen. Da größere Grafiken sehr viel Speicherplatz und damit lange Ladezeiten erfordern können, sind vor allem 2 Dateiformate verbreitet, die mit vergleichsweise geringen Dateigrößen auskommen. Dies sind das JPG- (insb. für Fotos, leichte Bildverschlechterungen möglich) sowie das GIF-Format (maximal 256 gleichzeitige Farben, aber ohne Bildveränderungen, insbesondere für Logos, Symbole oder andere computergenerierte Grafiken).

"Einfache", also statische HTML-Seiten (siehe unten) haben meist die Dateiendung ".htm" oder ".html".

Statisches versus dynamisches HTML

Auch wenn HTML viel mehr Möglichkeiten bietet, als wir im obigen Einsteiger-Beispiel zeigen konnten, finden wir trotzdem eine wesentliche Einschränkung, die "klassisches" HTML besitzt: Die Seiten - so ansprechend und informativ sie auch sein mögen - sind letztendlich "statisch", auf den Aufruf eines bestimmten Dokuments hin erhalten wir also immer dasselbe Ergebnis, wie bei einem Buch. Viele für Internet-Anwender selbstverständlich erscheinende Möglichkeiten lassen sich auf diese Weise nicht erzielen, so z.B.

  • Anzeige des aktuellen Datums / Uhrzeit im Dokument
  • Anzeige, wie oft die Seite schon früher abgerufen wurde (Seitenzähler)
  • Die Auflistung verfügbarer Flugverbindungen zwischen zwei zuvor vom Anwender eingegebenen Städten an einem gewählten Tag
  • Ein Auswahlmenü, das sich erst nach Klicken an eine bestimmte Stelle öffnet
Das Kennzeichen von dynamischem HTML ist also, dass die angeforderte Seite nicht einfach nur - as it is - übertragen und angezeigt wird, sondern eine gewisse Reaktion auf das Verhalten des Anwenders erfolgt. Dafür gibt es viele verschiedene Ansätze, die sich zunächst danach einteilen lassen, ob die Reaktion am Internet-Server (serverseitig) oder aber am PC des Anwenders mit dem Internet-Browser (clientseitig) stattfindet. Je nach gewünschter Funktionalität ist meist nur eine dieser beiden Alternativen möglich oder jedenfalls sinnvoll.

Serverseitiges dynamisches HTML

Diese Möglichkeit kommt vor allem dann zum Einsatz, wenn die benötigten Daten nur am Server verfügbar sind (z.B. die Gesamtzahl aller Zugriffe auf eine bestimmte Seite von jedem beliebigen PC aus) oder dort weiterverarbeitet werden müssen (z.B. die Bearbeitung einer vom Kunden an seinem PC ausgefüllten Bestellung).

Dazu kommen vor allem folgende Technologien zum Einsatz:

CGI
(common gateway interface)
CGI-Skripts bzw. -Programme sind meist kleine Anwendungen, die am Server laufen und über eine HTML-Seite aufgerufen werden. Sie können in jeder beliebigen Programmiersprache geschrieben sein, am häufigsten kommt jedoch PERL zum Einsatz. PERL ist eine Skriptsprache vor allem zur Verarbeitung von Textdateien, die für diesen Anwendungszweck sehr viele Möglichkeiten bietet, aber auch ziemlich unübersichtlich ist.

Exkurs: Zum Unterschied zwischen Skript- und Programmiersprachen
Eine eindeutige Trennung gibt es wahrscheinlich nicht, wenngleich Skriptsprachen meist auf bestimmte Anwendungsgebiete beschränkt sind und kleinere Anwendungen oft viel weniger Schreibarbeit als "echte" Programmiersprachen erfordern. Häufig ist aber die Ausführungsgeschwindigkeit von Skripts viel geringer.

Am häufigsten werden CGI-Skripts durch einen "Absenden"-Button (Schaltfläche, siehe Beispiel unten) bei Formularfeldern in HTML aufgerufen und verarbeiten dann die dort eingegebenen Daten (z.B. eine Bestellung). Die zweitwichtigste Aufrufmethode ist durch das oben erwähnte <img src=...> - Statement; wenn statt einer fixen Grafikdatei ein CGI-Skript hier angegeben ist, wird das Skript ausgeführt und erhält die Möglichkeit, die anzuzeigende Grafik ad-hoc zu erzeugen. Diese Möglichkeit wird besonders bei Seitenzugriffs-Zählern oft genutzt.

Ihr Kommentar:

SHTML
(server-parsed HTML)
Bisher wurden CGI-Skripts nur aus dem "normalen" Kontext eines HTML-Dokuments (als Reaktion auf einen "Absenden"-Button bzw. einen Grafikaufruf) ausgeführt. SHTML geht hier einen etwas anderen Weg, indem das HTML-Dokument selbst Befehle an den Server enthält, der dann nicht - wie bisher - das angeforderte Dokument "unkritisch" an den Empfänger weiterleiten kann, sondern es durchsuchen ("parsen") muss, ob darin Kommandos vorkommen, die den Server selbst betreffen. SHTML bietet nur wenige, wenn auch sehr nützliche Möglichkeiten, so z.B. die Anzeige der aktuellen Uhrzeit und Datum, das Einbinden anderer Dateien (z.B. für Kopf- oder Fußzeilen, die für alle Seiten gleich sind) oder den direkten Aufruf von CGI-Skripts. Die Möglichkeiten reichen aber bei weitem nicht aus, um auf CGI verzichten zu können. SHTML-Dokumenten erkennt man üblicherweise an der Dateiendung .shtml.

PHP
PHP verfolgt den selben Ansatz wie SHTML, bietet aber ungleich mehr Möglichkeiten. Auch hier kann das Dokument Anweisungen an den Server enthalten, die dann von diesem zu interpretieren sind, anstatt sie ungeprüft an den Empfänger-PC weiterzuschicken. PHP bietet im wesentlichen alle Möglichkeiten von PERL und kann damit meist CGI-Skripts komplett ersetzen. Durch die im Vergleich zu PERL übersichtlichere Skriptsprache und die direkte Einbindung in das HTML-Dokument anstelle von vielen isolierten CGI-Skripts ist eine einfachere Entwicklung und Wartung möglich. PHP-Dokumente haben meist die Dateiendung .php oder .php3.

ASP
(active server page)
vom Konzept ähnlich wie PHP, aber von Microsoft für seinen Internet-Server (IIS) unter Windows NT bzw. 2000 entwickelt und daher derzeit von geringerer Bedeutung, da die meisten Internet-Server unter UNIX laufen. Im Unterschied zu PHP ist die Scriptsprache nicht vorgegeben, sondern kann eine beliebige Sprache sein, so lange sie vom Server unterstützt wird. In der Praxis sind dies meist die auch auf Client-Seite eingesetzten (siehe unten) VBScript und JScript (Microsofts Variante von JavaScript), natürlich auf die Server-Aufgaben erweitert. Die Dateiendung ist .asp.

Clientseitiges dynamisches HTML

Ganz andere Aufgaben werden üblicherweise auf der Client-Seite (also am PC des Anwenders, der die Internetseite aufgerufen hat) ausgeführt. Es handelt sich hierbei um die Reaktion auf Ereignisse, die der Server gar nicht wissen kann (wenn z.B. der Anwender den Mauszeiger auf eine bestimmte Stelle am Bildschirm bewegt, ohne sie anzuklicken) oder wo die Übermittlung an den Server und Warten auf dessen Antwort unnötiger Zeitaufwand wäre (z.B. die Berechnung der Rechnungssumme bei einer Online-Bestellung).

Hierbei kommen üblicherweise Programme bzw. Skripts in Frage, die direkt in der HTML-Seite enthalten sind und - im Gegensatz zu SHTML und PHP - nicht vom Server, sondern vom Internet-Browser am PC des Anwenders interpretiert werden. Hierbei ergibt sich übrigens ein gewisses Sicherheitsproblem, denn beim Aufruf einer Seite weiß der Anwender normalerweise nicht, was ein eventuell dort enthaltenes Programm / Skript auf seinem PC tun könnte. Diesem Gedanken wurde Rechnung getragen, dass die akzeptierten Skriptsprachen (näheres dazu siehe unten) im Normalfall auf solche Befehle beschränkt bleiben, mit denen sie "nichts anstellen können", also z.B. keine Dateien am PC des Anwenders löschen. Allerdings gibt es nach wie vor "Sicherheitslücken" bei den gängigsten Internet-Browsern, die sich Viren zunutze machen können, um trotzdem auf diese Weise Schaden anzurichten. Diese Lücken werden im allgemeinen von den Browser-Herstellern relativ bald nach Kenntnisnahme beseitigt, weshalb die Installation einer einigermaßen aktuellen Version ratsam ist. Besonders ängstliche Anwender können auch JavaScript/VBScript und/oder Java-Applets komplett deaktivieren und damit dieses Risiko ausschalten. Allerdings funktionieren dann viele Webseiten nicht mehr richtig.

JavaScript
Die gängigste Skriptsprache clientseitig ist JavaScript, das von Netscape entwickelt wurde. Der Begriff "JavaScript" ist etwas irreführend, da er sich namentlich an das damals bereits erfolgreiche Java von Sun Microsystems (siehe unten) anlehnt, inhaltlich aber nicht allzu viel mit diesem zu tun hat. JavaScript (bei Microsoft in Kombination mit dem unten erwähnten VBScript als "Active Scripting" bezeichnet) hat einen gewissen Grundstandard, der aber von den wichtigsten Browserherstellern (Microsoft und Netscape) unterschiedlich weiterentwickelt wurde. Aus diesem Grund kann es leicht vorkommen, dass eine bestimmte JavaScript-Anwendung nur auf dem Internet Explorer oder aber nur auf Netscape korrekt arbeitet. JavaScript erlaubt viele sinnvolle Möglichkeiten, wird aber am häufigsten für grafische "Spielereien" auf Webseiten genutzt, beispielsweise um das ATS-Logo zu spiegeln, wenn der Mauszeiger in diesen Bereich tritt.



VBScript
Vergleichbare Möglichkeiten bietet VBScript, das von Microsofts Visual Basic abgeleitet ist. Da es allerdings nur auf die "Microsoft-Welt" beschränkt ist, wird es eher selten eingesetzt.

Java-Applets
Im Gegensatz zu JavaScript bzw. VBScript handelt es sich bei Java um eine komplette, universell einsetzbare Programmiersprache, die von Sun Microsystems (wichtiger Hersteller von UNIX-Rechnern) entwickelt wurde. Java ist objektorientiert und hat Ähnlichkeiten mit C++, unterbindet aber viele Fehlermöglichkeiten von C++ von vornherein. Allerdings ist die Ausführungsgeschwindigkeit deutlich langsamer als C++ und wird sich daher zur Entwicklung allgemeiner Programme (außerhalb des Internet-Bereiches) wahrscheinlich nicht durchsetzen. Komplette Java-Programme können als sogenannte "Applets" in Internetseiten eingebunden werden und erweitern damit die Möglichkeiten von JavaScript / VBScript um ein Vielfaches, wenn auch mit entsprechend höherem Entwicklungsaufwand. Im Prinzip können Java-Programme alle Möglichkeiten des Betriebssystems nutzen (also auch z.B. das Löschen beliebiger Dateien am Rechner des Anwenders). Damit auf diese Weise kein Sicherheitsproblem entsteht, wurde das Konzept des signed applets entwickelt: Ein unbekanntes Java-Applet in einer Webseite erhält nur sehr eingeschränkte Zugriffsrechte - in etwa wie JavaScript, also bestimmt kein Recht zum Überschreiben oder gar Löschen von Dateien. Nur einem Applet mit "Signatur" (also einer offiziellen Bestätigung der Herkunft) können - nach Rückfrage beim Anwender - alle Zugriffrechte eingeräumt werden. Der Einsatz solcher signierter Applets ist damit nicht riskanter als die Verwendung beliebiger, kommerzieller Programme (Fehler sind bei Software nie auszuschließen). Java-Applets werden vor allem für komplexe Grafiken sowie umfangreichere Anwendungen (z.B. Telebanking über Internet) eingesetzt.

ActiveX
Da Microsoft mit Java nicht ganz glücklich ist (Lizenzinhaber ist nach wie vor Sun Microsystems, daher kann Microsoft die Sprachstruktur nicht nach eigenen Vorstellungen verändern), propagiert der Konzern aus Redmond mittlerweile die eigene Entwicklung ActiveX als Alternative zu Java. ActiveX-Komponenten lassen sich in jeder beliebigen Programmiersprache entwickeln und können alle Möglichkeiten des Betriebssystems (also auch Dateioperationen) nutzen. Zum Schutz vor "bösartigen" ActiveX-Komponenten wird ein ähnliches Verfahren wie bei den signed applets von Java eingesetzt. Aufgrund der umständlicheren Verwendung und der Tatsache, dass ActiveX-Komponenten im Gegensatz zu Java-Applets nicht plattformunabhängig sind bzw. nicht einmal für alle internet-fähigen Rechner zur Verfügung stehen, ist die Verbreitung derzeit eher gering.

C#
Mittlerweile hat Microsoft eine eigene, Java-ähnliche Sprache (aber ohne die leidlichen Lizenzprobleme durch Sun) entwickelt und C# (sprich "C sharp") genannt. Inwieweit sich C# verbreiten und vielleicht Java den Rang ablaufen wird, ist derzeit noch schwer abzuschätzen.



Anwendungen im Labor

Nach diesen kurz gefassten, wenn auch etwas technischen Erklärungen wollen wir uns mit Anwendungsmöglichkeiten im Labor beschäftigen. Natürlich stehen einfachere Anwendungsmuster im Vordergrund, die man durchaus "nebenbei" betreiben kann, ohne die Tätigkeit im Labor für ein Jahr ruhen zu lassen und sich ausschließlich mit Internet-Technologie zu beschäftigen.

Intranet - Internet

Aus Sicht der Technik gibt es wenig signifikante Unterschiede zwischen Internet (weltweite Verfügbarkeit der angebotenen Seiten) und Intranet (nur für die eigene Firma, die Abteilung, die Behörde etc.), wohl aber in Bezug auf die Inhalte der Seiten. Während im Intranet vor allem interne Informationen wie Arbeitsvorschriften, gesetzliche Rahmenbedingungen (z.B. aktuelle Grenzwerte), Normen etc. dominieren werden, gilt es beim Internetauftritt meist darum, das eigene Labor nach außen zu präsentieren. Dass in letzterem Fall die optische Gestaltung von größerer Bedeutung ist, dürfte leicht einzusehen sein.

Wir wollen in der Folge diese beiden häufigen Anwendungsmuster (Dokumentensammlung intern bzw. Firmenpräsentation nach außen) näher beleuchten. Zunächst gilt es aber zu klären, welche Voraussetzungen für die Erstellung von Internetseiten - gleich ob intern oder für die gesamte Welt - existieren.

Hardware

Hier wird zunächst ein als Internet-Server einzusetzender Rechner benötigt. Für interne Anwendungen kann das meist jeder beliebige PC sein, der durchaus auch zusätzlich als "normaler Arbeitsplatzrechner" genützt werden kann. Aus Stabilitätsgründen wäre jedoch ein Betrieb unter Microsoft Windows NT oder 2000 oder überhaupt unter UNIX (z.B. LINUX) ratsam.

"Echte" Internet-Seiten für weltweiten Zugriff wird man - zumindest in kleineren Betrieben - eher nicht auf einem eigenen Rechner anbieten, selbst wenn man eine fixe IP-Adresse und ständigen Internet-Zugang besitzt. Hierbei schafft man sich leicht eine Sicherheitslücke, deren Schließung meist wesentlich aufwändiger und kostspieliger als die Inanspruchnahme eines kommerziellen Web-Hosting-Dienstleisters (Firmen, die einen Internet-Server einschließlich Wartung gegen eine monatliche Gebühr zur Verfügung stellen) ist.

Für den "Einstieg" kann man sogar einen der zahlreichen kostenlosen Dienste (z.B. tripod.de) in Anspruch nehmen. Für die kostenlose Nutzung muss man jedoch gewisse Einschränkungen akzeptieren; beispielsweise sind die oben erwähnten serverseitigen Möglichkeiten wie CGI, SHTML oder PHP meist nicht verfügbar. Außerdem bekommt man häufig einen Werbebanner des betreffenden Dienstes in seine eigenen Seiten eingeblendet.

Zweckmäßiger und auch nicht sehr teuer (je nach Leistungsumfang ab ca. 20 € pro Monat) ist die Anmietung von Speicherplatz bei einem kommerziellen Web-Hosting-Dienst. Dabei ist auch die Anmeldung des eigenen Domainnamens (z.B. www.ats-vienna.com) möglich, was für die Corporate Identity heutzutage sehr wichtig ist. Die Web-Hosting-Dienste stellen zumeist alle notwendigen Möglichkeiten (inklusive CGI, PHP und SHTML) zur Verfügung und übernehmen auch die regelmäßige Wartung des Servers, um eine möglichst lückenlose Verfügbarkeit der Seiten zu gewährleisten.

Software

Wenn man seinen eigenen Webserver betreiben möchte (z.B. für interne Anwendungen), benötigt man ein geeignetes Web-Server-Programm. Hier kann man den mit Microsoft Windows NT bzw. 2000 (Serverversionen) mitgelieferten Internet Information Server (IIS) von Microsoft verwenden. Eine kostenlose, technisch aber vermutlich sogar ausgereiftere Variante erhält man mit dem Apache Server (Link zum Download siehe unten), der unter UNIX das verbreitetste Webserver-Programm ist und auch für Windows sowie natürlich LINUX zur Verfügung steht. Sollte man CGI mit PERL und/oder PHP-Seiten nutzen wollen, kann man die dafür benötigte Software ebenfalls kostenlos bei den unten genannten Internetseiten laden.

Um schließlich die eigentlichen HTML-Dokumente zu erstellen, die am Webserver zum Abruf zur Verfügung gestellt werden sollen, benötigt man im Prinzip gar keine spezielle Software. Es gibt zwar verschiedenste Softwarepakete zur raschen Entwicklung von HTML-Seiten, für den Anfang lässt sich aber auch z.B. Microsoft Word gut nutzen, da es die Möglichkeit bietet, geschriebene Dokumente direkt als HTML-Dateien zu speichern. Alternativ kann man durchaus auch den HTML-Code "per Hand" erstellen - wir haben im Beispiel weiter oben gesehen, dass es gar nicht so kompliziert ist. Eine sehr nützliche und umfassende HTML-Dokumentation findet man im SelfHTML, das ebenfalls zum Download zur Verfügung steht (Link siehe unten).

Nahezu unverzichtbar ist allerdings ein Bildbearbeitungsprogramm, das insbesondere dazu genutzt wird, Grafiken je nach Notwendigkeit zu vergrößern / verkleinern, das Dateiformat auf die im Internet geläufigen Formate JPG bzw. GIF umzuwandeln oder auch sonstige Nachbearbeitungen durchzuführen. Mit so gut wie jedem Flachbettscanner oder jeder Digitalkamera werden einfache, aber für diesen Zweck durchaus taugliche Bildbearbeitungsprogramme kostenlos mitgeliefert, für höhere Ansprüche kann man spezielle Software wie Corel PhotoPaint oder die (recht teure) Profilösung Adobe Photoshop einsetzen.

Nach Erstellung der Seiten - und Austesten am eigenen PC - kann man die Dateien einfach mit dem ganz oben erwähnten Dienst ftp auf den Server überspielen.

Interne Anwendungen

Vielleicht die einfachste, aber trotzdem sehr zweckmäßige Anwendung des Intranets im Labor besteht darin, häufig benötigte Dokumente übersichtlich zu gliedern und allen Mitarbeitern in der jeweils aktuellen Form über den Internet-Browser anzubieten. Besonders bei häufig aktualisierten Dokumenten (z.B. QS-Richtlinien, Methodenbeschreibungen, Normen etc.) ist im Gegensatz zur Variante auf Papier sichergestellt, dass immer die aktuelle Version abgerufen wird. Die Dokumente müssen im übrigen nicht einmal im HTML-Format vorliegen; es können genausogut solche im Format DOC (Microsoft Word), PDF (Acrobat Reader) oder direkt eingescannte Seiten (z.B. als GIF-Grafik) verwendet werden.

Internetauftritt nach außen

Wie bisher klar geworden sein dürfte, ist es selbst für "Einsteiger" nicht allzu kompliziert, eigene Internetseiten zu erstellen und weltweit abrufbar zu machen. Trotz der geringen Kosten lassen sich die angebotenen Leistungen eines Labors wesentlich effizienter an den Mann / die Frau bringen, als es bei "klassischen" Werbeträgern wie Inseraten in Fachzeitschriften oder Aussendungen der Fall wäre.

Hierbei gilt es jedoch - wie bei jedem Werbeauftritt - zu überlegen, wie der (potentielle) Kunde Nutzen daraus ziehen kann, wenn er die Seite abruft. Hier gelten im wesentlichen dieselben Kriterien, die man auch von der Gestaltung von Werbebriefen, Prospekten oder anderen Kommunikationsmitteln kennt: Klarheit und Übersichtlichkeit in Sprache und Gestaltung sind ein Muss; statt die eigene Firma zu "beweihräuchern" gilt es vielmehr zu überlegen, was den Kunden interessieren könnte. Eine Auflockerung mit Grafiken und Fotos verbessert die Lesbarkeit, optische Spielereien wie Animationen, riesige Grafiken mit langen Ladezeiten etc. sollten aber mit Vorsicht gebraucht werden. Nicht zuletzt sollten die Kontaktinformationen (e-mail-Adressen, Telefonnummern etc.) leicht aufzufinden sein, denn was nützt der begeistertste Kunde, wenn er nicht mit dem Anbieter in Kontakt treten kann ...

Für diese Anwendungen wäre die Anschaffung einer Digitalkamera ratsam, um auf einfache Weise Fotos des Firmengebäudes, die Mitarbeiter etc. auf der Internetseite darstellen zu können. Auch allgemeine Informationen lassen sich mit dazu passenden Fotos wesentlich ansprechender präsentieren als mit endlosen Textpassagen. Durch eigene Fotos vermeidet man im übrigen auch die Gefahr von Urheberrechtsverletzungen, wenn man Bilder von anderen Webseiten speichert und weiterverwendet.

Ein Beispiel für den Internetauftritt eines kleineren Labors finden Sie auf der Homepage der Labor Dr. Matt AG.



Links

www.teamone.de/selfhtml Eine sehr gut aufbereitete, umfassende Online-Dokumentation zu HTML und JavaScript sowie eine Einführung zu CGI und PERL
www.apache.org Möglichkeit zum Download des Apache Webservers für verschiedene Plattformen (u.a. Windows und LINUX). Apache unterstützt natürlich HTML- aber auch SHTML-Seiten, für PHP-Seiten wird noch das entsprechende Erweiterungsmodul (siehe unten) benötigt
www.perl.com Homepage der PERL-Gruppe, Möglichkeit zum Download des PERL-Interpreters für verschiedene Plattformen
www.php.net Homepage des PHP-Kommittees, Möglichkeit zum Download der PHP-Erweiterungen für verschiedene Webserver (z.B. Apache)
java.sun.com Java - Sektion von Sun Microsystems, Möglichkeit zum Download des kompletten Entwicklungssystems für verschiedene Plattformen