Backup bringt´s

In letzter Zeit häufen sich die Fälle, wo Unternehmen von sogenannten "Erpressungstrojanern" angegriffen wurden. Also Schadsoftware, die sich über geschickt platzierte Fallen im Netzwerk eingenistet hat und dann nach und nach alle Dateien auf den Arbeitsplatzrechnern verschlüsselt. Um die Daten wiederzubekommen, soll man dann erhebliche Summen an den Erpresser überweisen.

Dabei gibt es keine Garantie, dass die Entschlüsselung nach Bezahlung der Summe tatsächlich stattfindet. Vielfach bleibt als einzige Möglichkeit, alle Systeme neu aufzusetzen und die Dateien aus einem - hoffentlich vorhandenen - Backup wiederherzustellen. Auch Analysenlaboratorien - die Zielgruppe für das Laborinformationssystem (LIMS) "uniLIME" - sollen von diesen Attacken betroffen sein.

Ein funktionierendes Backup ist also unumgänglich, um solche Situationen mit vergleichsweise geringem Ärger und Zeitverlust zu überstehen. Jedenfalls ein guter Anlass, das eigene Backupsystem bei nächster Gelegenheit auf Herz und Nieren zu prüfen.

Bei datenbank-basierten Systemen wie eben LIMS (Laborinformationssysteme) sollte man nicht vergessen, dass es nicht ausreicht, einfach alle Dateien im Backup aufzunehmen. Denn die Datenbankdateien befinden sich bei laufendem Datenbanksystem oft in einem "halbfertigen" Zustand - eine einfache Kopie dieser Dateien ist daher nicht immer geeignet, um die Datenbank nach einem Hackerangriff oder auch technischem Problem wiederherzustellen.

Besonders das in kleineren Laboratorien gern verwendete kostenlose Datenbanksystem "Microsoft SQL Server Express" benötigt etwas Nachhilfe, um automatisch ein funktionsfähiges Backup während dem laufenden Betrieb zu erstellen. Man kann zum Beispiel regelmäßig (z.B. in der Nacht) die Datenbank stoppen und dann die (jetzt "fertigen") Datenbankdateien auf das Backup-Medium kopieren.

Wesentlich praktikabler allerdings ist es, im laufenden Betrieb die integrierte Backup-Funktion (die eine "richtige", wiederherstellbare Backup-Datei erzeugt) über die Windows-Taskplanung ausführen zu lassen und die dadurch erzeugte Datei ins automatisierte Backup aufzunehmen.

Gerade dieser Punkt ist in der Praxis ein bisschen heikel, da man ihn gerne bei Neuaufsetzen oder Upgrade des Betriebssystem vergisst und dann im Fall der Fälle im Vertrauen auf ein regelmäßiges Backup feststellen muss, dass das letzte Backup schon Monate oder gar Jahre her ist ...

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