LIMS as a Service

Bis vor einigen Jahren war es üblich, Software zu "kaufen" - man bezahlt also einmalig für die Lizenz und kann man die Software beliebig lange ohne weitere Kosten nutzen, sofern man keine zusätzlichen Dienstleistungen oder kostenpflichtige Upgrades braucht.

Inzwischen haben aber viele Softwareunternehmen - allen voran die Branchenriesen wie Microsoft oder Adobe - ihr Geschäftsmodell geändert: mit "SaaS" (Software as a service) erwirbt der Kunde die Software nicht um einen einmaligen höheren Betrag, sondern "mietet" die Software gewissermaßen. Man bezahlt also eine monatliche oder jährliche Gebühr und bekommt damit auch regelmäßige Updates. Der Vertrag kann kurzfristig gekündigt werden.

Oft läuft die Software "in der Cloud", man muss also gar nichts installieren, nur den Internet-Browser starten und kann die Software sofort nützen.

Auch viele Anbieter von Laborinformationssystemen (LIMS) bieten ein solches Lizenzmodell an - ausschließlich oder alternativ zum einmaligen Kauf. Auch bei unserem LIMS "uniLIME" ist diese Option verfügbar, bisher bevorzugen die Kunden aber eindeutig das "klassische" Lizenzmodell. Dafür gibt es durch nachvollziehbare Gründe:

Auf den ersten Blick klingt es sehr praktisch, wenn man für ein LIMS nur eine laufende Miete bezahlt und jederzeit kündigen kann. Allerdings darf man nicht vergessen, dass bei der Einführung eines LIMS sehr viel Stunden der eigenen Mitarbeiter - also interne Kosten - für Schulungen, Einarbeitung, Konfigurierung etc. anfallen, die beim Wechsel auf ein anderes Produkt dann verloren gehen. Es ist nicht so einfach wie beim Wechsel auf einen neuen PKW, wo die Bedienung genauso wie beim bisherigen Modell geht.

Weiters ist man vom LIMS-Anbieter stärker abhängig als bei klassischen Lizenzmodell. Wenn der Anbieter den Betrieb einstellt oder auch nur das Produkt vom Markt nimmt, kann man es nicht mehr weiter nützen und die internen Kosten (siehe oben) sind ebenfalls verloren.

Und auch die Lösung in der "Cloud" ist nicht ganz unproblematisch, denn bei LIMS werden ja häufig auch vertrauliche Daten verwaltet und hier regelmäßig über die Internet-Verbindung zwischen dem Labor und dem Server-Standort (oft in einem anderen Land) hin und her geschickt. Als LIMS-Anwender kann man kaum nachvollziehen, wie sicher die Daten beim Anbieter gespeichert werden und wer aller Zugriff darauf hat.

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